September 2026 – ISO 9001: Was kommt mit der neuen Revision auf Unternehmen zu?

Ist die kommende Revision der ISO 9001 ein großer Pflichttermin – oder doch eher ein überschaubares Update? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmenden des gemeinsamen QM-Zirkels von MEMA-Netzwerk der Emsland GmbH und dem Kunststoffnetzwerk Ems-Achse.

Als Referent war Jens Huerkamp von der Huerkamp Managementsysteme GmbH zu Gast. Als Unternehmensberater für Managementsysteme und Lead Auditor ordnete er die anstehenden Änderungen praxisnah ein und zeigte auf, welche Themen für Unternehmen und ihre Qualitätsmanagementsysteme künftig besonders relevant werden.

Im Mittelpunkt standen unter anderem die Führungsverantwortung, das Chancen- und Risikomanagement, das Änderungsmanagement sowie neue Anforderungen an dokumentierte Informationen. Dabei wurde deutlich: Bestehende Qualitätsmanagementsysteme müssen nicht komplett neu aufgebaut werden. Vielmehr geht es darum, die vorhandenen Strukturen gezielt weiterzuentwickeln und auf die kommenden Anforderungen auszurichten.

Besonders interessant für die Teilnehmenden war der Blick auf zukünftige Audits und Zertifizierungen. Welche Fragen könnten Auditoren künftig häufiger stellen? Wo sollten Unternehmen bereits heute genauer hinschauen? Und wie lässt sich die Übergangsfrist sinnvoll nutzen, um Schritt für Schritt vorbereitet zu sein?

Von 7 Seiten zur modernen Managementnorm

Dass sich die ISO 9001 im Laufe der Jahrzehnte deutlich weiterentwickelt hat, wurde auch beim Blick zurück auf ihre Anfänge deutlich. Die erste Ausgabe der ISO 9001 erschien 1987 und umfasste laut ISO lediglich sieben Seiten. Die Ausgabe von 2015 kommt bereits auf 29 Seiten.

„Wenn man sich anschaut, wo die ISO 9001 einmal angefangen hat und welchen Umfang sie heute hat, wird schnell klar, wie stark sich auch die Anforderungen an Qualitätsmanagement verändert haben. Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst viele Seiten zu erfüllen, sondern das eigene Managementsystem sinnvoll, praxisnah und individuell zielgerichtet weiterzuentwickeln!“ so ein Live-Kommentar aus der lebendigen Diskussion vor Ort.

Jens Huerkamp zeigte den Teilnehmenden anschließend, wie sich die aktuellen Entwicklungen konkret auf die betriebliche Praxis auswirken können. Dabei ging es nicht nur um einzelne Normforderungen, sondern vor allem um die Frage, was Unternehmen daraus für ihr eigenes Qualitätsmanagement ableiten können.

Austausch auf Augenhöhe

Wie bei den QM-Zirkeln üblich, stand neben dem Fachimpuls auch der Austausch untereinander im Mittelpunkt. Qualitätsverantwortliche aus der Region nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen, Fragen zu diskutieren und unterschiedliche Herangehensweisen kennenzulernen.

Und wie bei einem Frühstücksformat erwartet: Auch für das leibliche Wohl war gesorgt, so dass bei Kaffee, Tee und belegten Brötchen noch ausreichend Zeit für Gespräche vor und nach dem Vortrag zur Verfügung stand.

Der QM-Zirkel zeigte einmal mehr, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen Unternehmen sein kann – gerade bei Themen, die viele Betriebe gleichermaßen beschäftigen. Die dreijährige Übergangsfrist bietet Unternehmen die Möglichkeit, die eigenen Strukturen in Ruhe zu prüfen, Prioritäten zu setzen und die Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems Schritt für Schritt anzugehen. Dann ist die ‚Herausforderung‘ aus dem Update schon wieder überschaubar.

Beim nächsten Mal auch dabei?
Das MEMA-Netzwerk bietet regelmäßig Veranstaltungen zu aktuellen Themen aus Produktion, Technologie und Unternehmensentwicklung an – mit vielen Praxisbeispielen aus der Region.

Emsland GmbH
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